Der Eingang zum Mütterzentrum mit Büschen im Vordergrund

Mütterzentrum seit 40 Jahren im Einsatz für Mütter und Familien in Dortmund

Großer Andrang bei der Jubiläumsfeier des Vereins der Familienselbsthilfe

Dortmund, 19. Juni 2026. Im Jahr 1986 startete der Verein Mütterzentrum Dortmund e.V. mit seiner Arbeit, Müttern und Familien eine gesellschaftliche und politische Stimme zu geben. Mit seinem Offenen Treff bringt das Mütterzentrum seit jetzt vierzig Jahren Menschen aller Generationen, Geschlechter, Religionen und Nationalitäten zusammen. Längst ist aus der Familienselbsthilfe ein Ort geworden, an dem gemeinsame Lösungen gefunden werden – ein wichtiger Baustein für eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft in der Stadt Dortmund.

40. Jubiläum des Mütterzentrum Dortmund

Foto (von links): Gunther Niermann, Birgit Unger, Tanja Brückel, Nicole Siegmann und Monika Nienaber-Willaredt

Begangen wurde das Jubiläum heute mit Grußworten aus Stadt und Verbänden sowie Aktionen für Kinder und Erwachsene in Haus und Garten an der Hospitalstraße in Dorstfeld. Besonders gefeiert wurde zudem das zwanzigjährige Bestehen der Kindertagespflege für Dortmunder Eltern ebenso wie das Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus“. Über 200 Gäste bereicherten die Feier: Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtverwaltung, Politik und Verbänden.

Dank an Haupt- und Ehrenamtliche

„Vierzig Jahre Mütterzentrum, das sind vier Jahrzehnte voller Engagement, Ideenreichtum und gelebter Solidarität, vier Jahrzehnte, in denen Menschen füreinander da waren, Familien unterstützt, Gemeinschaft gestärkt und immer wieder neue Antworten auf die Herausforderungen des Familienalltags gefunden haben“, würdigte Dortmunds Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, Monika Nienaber-Willaredt, die Arbeit des Vereins. „Familien brauchen Orte der Begegnung, Unterstützung und Teilhabe, Orte, an denen Menschen nicht nur Hilfe erhalten, sondern auch selbst aktiv werden können, Orte, an denen Gemeinschaft entsteht. Gerade in einer Zeit, in der Familienleben immer vielfältiger und oft auch komplexer geworden ist, ist diese Arbeit von unschätzbarem Wert.“

Die Dezernentin richtete ihren Dank an die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihre Arbeit Tag für Tag mit großer Kompetenz und Leidenschaft gestalten würden, aber auch an die vielen Ehrenamtlichen, ohne deren Engagement zahlreiche Angebote nicht möglich wären. Das Mütterzentrum habe immer wieder bewiesen, dass es nicht nur auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert, sondern diese aktiv mitgestaltet, betonte sie: „Viele der Projekte, die heute selbstverständlich erscheinen, sind aus Ideen entstanden, die von Besucherinnen und Besuchern selbst eingebracht wurden, das ist gelebte Partizipation.“

„Mütterzentren waren und sind selbstorganisierte Treffpunkte, in denen sich schon vor vierzig Jahren viele verschiedene Dialekte trafen, es sind Orte mit Frauen, die heute aus aller Welt kommen, mit zugewanderten wie geflüchteten Frauen, die hier unser buntes, vielfältiges, diverses Stadtbild abbilden,“ spannte Birgit Unger, Vorstandsfrau des Mütterzentrums, den Bogen aus der Gründungszeit in den 80er Jahren in die heutige Zeit: „Hier werden Konzepte entwickelt, die konkrete Antworten auf Fehlendes liefern, wie zum Beispiel die Randzeitenbetreuung der ‚Eulen und Lerchen‘ zur Unterstützung von Mitarbeitenden in Kliniken.“

Im Mütterzentrum finde aber auch Kommunikation und Netzwerkarbeit statt, etwa für die tägliche Hilfe zur Selbsthilfe oder die Vermittlung notwendiger Hilfen, wenn Selbsthilfe nicht ausreicht. „Und ganz wichtig“, so Birgit Unger: „Für die Eine oder den Anderen findet hier einfach auch mal nur Entlastung, Entspannung oder Dienstleistung statt, mit Genuss bei Frühstück, Mittagessen, Kuchen, Kaffee, Kinderbetreuung und anderem.“

Neue Ideen und Menschen finden hier Raum

Mütterzentrum-Geschäftsführerin Nicole Siegmann hob das hohe, oftmals ehrenamtliche Engagement all der Menschen, ohne die die soziale und pädagogische Arbeit des Vereins nicht möglich wäre, hervor: „Wir sind froh, dass das Konzept auch nach vierzig Jahren noch aktuell ist. Neue Ideen und Menschen finden hier ihren Raum, miteinander bedarfsgerechte Lösungen zu suchen, und aus manchen werden erfolgreiche Projekte.“ Alle, die sich für Familien in Dortmund engagieren möchten, seien herzlich willkommen im Mütterzentrum mitzumachen.

Gunther Niermann, Geschäftsführer der Kreisgruppe Dortmund des Paritätischen, beschrieb in seinem Grußwort seine Eindrücke und Erfahrungen, die er in 16 Jahren Zusammenarbeit sammeln konnte: „Egal, was das Mütterzentrum macht, es ist immer strikt an den Menschen ausgerichtet, nämlich sie zu beobachten, zuzuhören, zu fragen, zu analysieren, Impulse aufzunehmen und dann loszulegen, und wie!“

Tanja Brückel, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Mütterzentren NRW, fragte schließlich in die Runde der Gäste: Warum werden wir Mütterzentren in den nächsten vierzig Jahren vielleicht sogar noch dringender brauchen als in den vergangenen vierzig? „In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten härter werden und viele das Gefühl haben, dass sie kaum noch Menschen begegnen, die anders leben, denken oder fühlen als sie selbst, sich also viel zu oft in der eigenen Bubble bewegen, genau in dieser Zeit sind Mütterzentren so wichtig“, formulierte sie die Antwort.

Über das Mütterzentrum Dortmund e.V.

Das Mütterzentrum Dortmund wurde 1986 als gemeinnütziger Verein der Familienselbsthilfe gegründet und ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Vom Selbsthilfetreffpunkt für Mütter hat es sich mit seinem Offenen Treff zu einem Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen, Nationalitäten und Geschlechter entwickelt.

Der Verein ist Teil des Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser mit Sitz in der Hospitalstraße in Dortmund-Dorstfeld und einer Kindertagespflege-Vermittlung am Westfalendamm. Er vermittelt Tagesmütter und -väter und führt Beschäftigungsmaßnahmen im Auftrag des Jobcenters Dortmund durch. Das Mütterzentrum ist mit über dreißig Mitarbeitenden Träger vieler Projekte rund um die Themen Familie, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und generationsübergreifendem Zusammenhalt in der Gesellschaft. Rund 10.000 Menschen jährlich nehmen zu den beiden Standorten in Dortmund Kontakt auf.

Das Mütterzentrum Dortmund e.V. ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW, dem Landesverband der Mütterzentren NRW und dem Bundesverband der Mütterzentren.

Internet: www.muetterzentrum-dortmund.de