Der Eingang zum Mütterzentrum mit Büschen im Vordergrund

„Eulen und Lerchen“ betreuen Kinder bei Eltern zuhause

„Eulen und Lerchen“ betreuen Kinder bei Eltern zuhause

Das Pflegepersonal zweier Dortmunder Kliniken wird von Mütterzentrum Dortmund e.V. bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt

Dortmund, 29. Oktober 2021. Das Mütterzentrum Dortmund feiert einen Erfolg: Gemeinsam mit der LWL-Klinik Dortmund und der SJG St. Paulus Gesellschaft haben sie das EU-Projekt „Randzeitenbetreuung – Ergänzende Kinderbetreuung in Dortmund im elterlichen Haushalt für Pflegekräfte im Klinikbereich“ nach Dortmund geholt. Seit dem 1. Oktober können deren Mitarbeiter:innen aus den Pflegeberufen zu Zeiten eine Kinderbetreuung bekommen, die nicht von den institutionellen Angeboten in Kita oder OGS abgedeckt werden.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gerade in der Pflege mit Schicht- und Feiertagsdiensten noch schwieriger als in anderen Berufen. Unter dem Gesichtspunkt des Pflegenotstandes im Gesundheitssystems und der diesen noch verschärfenden Coronapandemie haben die beiden Krankenhausgesellschaften einen wichtigen Teil der Finanzierung des Randzeiten-Projekts übernommen.

„Mit dieser Finanzierung ist es gelungen, einen hoch flexiblen Baustein in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu realisieren,“ berichtet Nicole Siegmann, Geschäftsführerin des Mütterzentrum Dortmund e.V.. „In den Zeiten, in denen die Einrichtungen keine Betreuung mehr anbieten, die Eltern aber noch arbeiten müssen, kommen die Kinderbetreuer:innen in der Spätschicht als „Eulen“ und in der Frühschicht als „Lerchen“ in den elterlichen Haushalt.“ Oft geht es nur um die Überbrückung von ein bis zwei Stunden vor oder nach der Schule, damit die Eltern ihre Berufstätigkeit ausüben können. „Wir kennen das Problem schon lange: Die Betreuungszeiten von Kita & Co reichen für Eltern im Schichtdienst einfach nicht aus. Entsprechend groß ist die Freude, mit diesem Projekt eine Randzeitenbetreuung realisieren zu können,“ fasst Siegmann zusammen. Unterstützt von der Wirtschaftsförderung Dortmund soll das Modell weiter bekannt gemacht werden.

In den Kliniken ist die Freude nicht geringer: Erika Meier vom Familienservice der Gesellschaft SJG St. Paulus, sowie Angelika Lichte und Diana Becker von der LWL-Klinik sind sich einig: „Das Projekt der ergänzenden Kinderbetreuung in Randzeiten liefert einen wertvollen Beitrag, um Familie und Beruf unserer Klinikmitarbeitenden besser miteinander vereinbaren zu können.“ Die ersten drei Familien stehen schon in den Startlöchern und suchen Unterstützung.

„Jetzt suchen wir Interessierte für diese Tätigkeit als Kinderbetreuer:in, die die Familien enorm entlasten wird“, wirbt Maureen Schneider vom Mütterzentrum für das Projekt. „Die Eulen und Lerchen kommen zu den Familie nach Hause und begleiten das Kind beim Fertigmachen, auf dem Weg in die KiTa oder Schule oder beim Ausklang des Tages am Abend“, erklärt Schneider. Für jede Familie wird ein Betreuungstandem aus zwei Personen gebildet, um einerseits verschiedene Zeitfenster der Versorgung gut abdecken zu können sowie Urlaub- und Krankheitsfälle aufzufangen. Andererseits sollen feste Bezugspersonen für das Kind garantiert werden.

Interessierte, die sich vorstellen können bei dem Projekt mitzuwirken und sich die Betreuung in den frühen Morgenstunden und am Nachmittag und Abend vorstellen können, melden sich gern beim Mütterzentrum Dortmund e.V.

Ansprechpartnerin:
Maureen Schneider
0231 – 997 896 54
kontakt@muetterzentrum-dortmund.de

Über das Mütterzentrum Dortmund e.V.

Das Mütterzentrum Dortmund wurde 1986 als gemeinnütziger Verein der Familienselbsthilfe gegründet und ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Vom Selbsthilfetreffpunkt für Mütter hat es sich mit seinem Offenen Treff zu einem Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen, Nationalitäten und Geschlechter entwickelt.

Der Verein ist Teil des Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser mit Sitz in der Hospitalstraße in Dortmund-Dorstfeld und einer Kindertagespflege-Vermittlung am Westfalendamm. Er vermittelt Tagesmütter und -väter und führt Beschäftigungsmaßnahmen im Auftrag des Jobcenters Dortmund durch. Das Mütterzentrum ist mit über dreißig Mitarbeitenden Träger vieler Projekte rund um die Themen Familie, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und generationsübergreifendem Zusammenhalt in der Gesellschaft. Rund 10.000 Menschen jährlich nehmen zu den beiden Standorten in Dortmund Kontakt auf.

Das Mütterzentrum Dortmund e.V. ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW, dem Landesverband der Mütterzentren NRW und dem Bundesverband der Mütterzentren.